Nach der Deutschen Kapitulation am 08. Mai 1945 wurde das Saarland Teil der französischen Besatzungszone und wurde am 17. Dezember 1947 als autonomer Staat „Republik Saarland / Republique Sarroise“ gegründet.

Aufteilung der Besatzungszonen nach dem Krieg (Quelle: wikipedia)

Neustart: SV Preußen Merchweiler

In der Verordnung über Sportvereinigungen vom 06. Oktober 1945 wurden die Rahmenbedingungen für die Gründung einer Sportvereinigung gesetzt. Hierzu (§2) gehörte der Wegfall des ursprünglichen Vereinsnamens (SC Preußen). Unser Verein beantragte die Gründung als Sportverein Merchweiler und stiftete ein Vereinswappen.

Reinhard Kirsch gelang es, bei der Militärregierung eine Spielerlaubnis als „Sportverein Merchweiler“ zu erhalten. Die Mannschaft, die Reinhard Kirsch formte, sollte in den kommenden Jahren eine beachtliche Rolle spielen. Zum Kader gehörten aus der Meistermannschaft von 1939 noch Fritz Koch, Günther Kleer, Leo Kirsch, Johann Spengler und Erwin Eichhorn. Dazu kamen aus der Jugend Hermann Scherer, Ewald Riehm, Robert Schneider, Ernst Mauer, sowie Erich Zenner und Anton Alt.

Neue Saarbrücker Zeitung vom 11.09.1945 | Die Borussia aus Neunkirchen änderte ihren Vereinsnamen in „Verein für Bewegungsspiele Neunkirchen“.

Erstes Spiel nach dem Krieg

Das erste Fußballspiel einer Merchweiler Mannschaft nach dem Krieg erfolgte am Sonntag, 23. September 1945 gegen den FV Saarbrücken auf dem Saarbrücker Kieselhumes und endete 9:3 für den FVS (der spätere FCS).

1945/46
Landesklasse Saar
[Level 2]

Das erste Punktspiel des SV Merchweiler nach dem Krieg fand am 17.02.1946 in Homburg statt und endete mit einem 3:6 Sieg. Die einzelnen Begegnungen rechts:

Der SV Merchweiler belegte aufgrund der schlechteren Tordifferenz den dritten Platz der Landesklasse, punktgleich mit dem Vizemeister SV (Saar 05) Saarbrücken.

Haldy

links Edgar Busse und Anton Alt erwarten den Ball

Hinrunde:

  • 17.02.46 SV Homburg-SVM 3:6
  • 24.02.46 SVM-RW Sulzbach 2:3
  • 03.03.46 SV Saarbr.- SVM 6:1
  • 10.03.46 SVM -TuS Burbach 3:2
  • 17.03.46 SC Roden- SVM 0:9
  • 24.03.46 SVM -FC Ensdorf 3:1
  • 31.03.46 TSV Dudweiler- SVM 3:1
  • 07.04.46 FV Quierschied- SVM 3:8
  • 14.04.46 SVM-SV St.Ingbert 4:0
  • 21.04.46 SuSG Völklingen-SVM 2:3
  • 28.04.46 SVM-Mittelbexbach 3:0

Rückrunde:

  • 12.05.46 SVM-SV Homburg 2:1
  • 19.05.46 RW Sulzbach-SVM 0:4
  • 26.05.46 SVM-SV Saarbr.  0:2
  • 02.06.46 TuS Burbach-SVM 2:3
  • 16.06.46 SVM-SC Roden 5:1
  • 23.06.46 SFC Ensdorf-SVM 1:2
  • 30.06.46 SVM-TSV Dudweiler 1:4
  • 07.04.46 SVM-FV Quierschied  4:2
  • 14.07.46 SV St.Ingbert-SVM 3:2
  • 21.07.46 SVM-SuSG Völklingen 4:1
  • 28.07.46  Mittelbexbach-SVM 1:2

1946/47
Ehrenklasse Saar
[Level 2]

Schüler-Mannschaft 1946

 v.l.n.r. Josef Kulessa, Rudi Spengler, Heinz Bossong, Edwin Blass, Richard Zewe, Horst Schneider, Günther Enderlein, Erich Decker, Gregor Marschall, Willi König, Ottmar Maas, Benno Koch, Werner Kessler, Horst Schlick

Am 06. Oktober 1946 wurde auf dem Verbandstag in Sulzbach folgendes Spielsystem beschlossen:

[Zonenliga/Oberliga] Ehrenklasse (2)
Bewährungsklasse (2)
1. Kreisklasse (6)
2. Kreisklasse (6)

Klassenerhalt in letzter Minute

Diese erste Saison der Saarländischen Ehrenklasse wurde natürlich in der Gruppenphase von den Profis aus Saarbrücken und Neunkirchen dominiert. Bis zur geplanten „Zonenliga“ (Französisch besetzte Zone) ab Januar 1947 spielten beide Vereine in der Ehrenklasse. Die Runde begann am 13.10.1946 auf dem Haldy gegen den TSV Dudweiler (0:3).

Gegen den FCS gab es zwei heftige Niederlagen (0:8, 0:9). Insgesamt waren es 10 Spiele, die von Oktober bis Dezember abgewickelt wurden, danach wurden Pokalspiele ausgetragen.

Nach dem Ausscheiden des FCS und der Borussia wurden auf Beschluss einer Konferenz der Vereinsvertreter am 18.01.1947 beide Gruppen vereinigt. Die Ehrenklasse begann am 02.02.1947 mit der Rückrunde. Die Ergebnisse der Spiele gegen den FCS und Borussia wurden gestrichen.

Der SV Merchweiler musste als Tabellschlußlicht mit St. Ingbert in eine Relegation zum Klassenerhalt zusammen mit den beiden Aspiranten der Bewährungsklasse. Los ging es mit einer Niederlage gegen St. Wendel (1:2). Es folgte ein Sieg (3:0) gegen Püttlingen und ein Unentschieden gegen den SV St. Ingbert (2:2). Nach der Relegationsrunde stand Püttlingen als Aufsteiger fest.

Da Völklingen als Vize-Meister nach seiner Relegation in die Zonenliga aufrückte, war ein weiterer Platz in der Ehrenklasse frei.

Also musste Merchweiler nochmal ran. Am 12. Oktober 1947 fand in Dudweiler vor ca. 1.000 Zuschauern das Spiel der beiden punktgleichen Merchweiler und St. Ingbert statt. Der SV Merchweiler konnte sich mit 3:1 (2:0) durchsetzen. Die Klasse war auf den letzten Drücker gehalten.

Pokal:
15.12.1946 VfR Schiffweiler – SV Merchweiler 2:4
22.12.1946 SV Merchweiler – Hellas Marpingen 3:6

Tabelle Vorrunde - Gruppenphase

Abschlußtabelle Ehrenklasse

1947/48
Ehrendivision Saar
[Level 2]

Am 17. Dezember 1947 trat nach den ersten Landtagswahlen (05. Oktober 1947) die Saarländische Verfassung in Kraft. Das Saarland war ein selbständiger Staat unter französischer Kontrolle.

Flagge des Saarlandes 17.12.1947 – 31.12.1956 (Quelle: wikipedia)

1947 konnte Reinhard Kirsch die Spieler Hans Joachim Plückhahn (31 Jahre) und Herbert Dorn (28 Jahre) zu einem Wechsel vom 1. FC Saarbrücken nach Merchweiler bewegen.

„Hanne“ Plückhahn und Herbert Dorn spielten beide 1943 für den 1. FC Saarbrücken im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Mit diesen beiden erstklassigen Spielern bekam die Mannschaft einen erheblichen Schub, und konnte gleich im ersten Jahr einen hervorragenden 5. Platz erreichen.

Am 17. Dezember 1947 trat nach den ersten Landtagswahlen (05. Oktober 1947) die Saarländische Verfassung in Kraft. Das Saarland war ein selbständiger Staat unter französischer Kontrolle.

Saarlandpokal:

08.02.1948 VfB Theley – SV Merchweiler 0:3
22.02.1948 SV Merchweiler – SV Thalexweiler 1:0
29.02.1948 SF 05 Saarbrücken – SV Merchweiler 0:3
07.03.1948 SV Merchweiler – Saar 05 1:4 (Viertelfinale)

 

Pokalspiel in Burbach: SF05-SVM 0:3

29.02.1948
v.l.n.r.: Robert Schneider, Hubert „Napp“ Schumacher, Günther Kleer, Reutter, Erich Zenner, Herbert Dorn, Erwin Eichhorn, Hermann Scherer, Edgar Busse, Hans-Joachim Plückhahn, Leo Kirsch (Kläsje)

Schüler-Mannschaft 1947

v.l.n.r.: Hugo Enderlein, Richard Zewe, Erich Decker, Gregor Marschall, Horst Clemens, Günther Enderlein, Werner Kessler, Horst Schlick, Benno Koch, Reinhard Kirsch; Willi König, Heinz Bossong, Rudi Spengler

1948/49
Ehrenliga Saarland
[Level 2]

SVM-Elf in der „Hansa-Kampfbahn“ in Dudweiler

v.l.n.r.: Herbert Dorn, Edgar Busse, Ewald Riehm, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Günther Kleer, Robert Schneider, Heinz Hammer, Richard Zewe, Kurt Platte, Fritz Koch

In der Übergangszeit durften die saarländischen Spitzenmannschaften aus Neunkirchen, Völklingen und Saarbrücken nur mit einer quasi „Gastspielgenehmigung“ am Spielbetrieb der „Nordzonenliga“ teilnehmen.

Mit der Staatsgründung des Saarlandes war dies allerdings vorbei. Immerhin gab es nun eine Staatsgrenze zwischen dem Saarland und der Bundesrepublik Deutschland.

© Foto: Rainer Freyer auf saar-nostalgie.de

Daher verließen die Saarländischen Vereine (Borussia Neunkirchen, Völklingen und Saar 05) im Vorgriff auf die Mitgliedschaft des Saarlandes in der FIFA den Spielbetrieb der „Nordzonen-Liga“ und wurden in die Ehrenliga eingegliedert.

Der 1. FC Saarbrücken spielte mit seinem Profikader 1948/49 in der
französischen 2. Liga, wofür er nicht von allen Seiten Applaus bekam.

Vielleicht deshalb stellte der FCS in der Ehrenliga zumindest eine 2. Mannschaft (FCS Amateure), die gegen den SV Merchweiler beide Spiele jeweils knapp gewann (05.12.1945 in Saarbrücken 3:2, 08.05.1949 in Merchweiler 4:5).

Saarlandpokal:
27.03.1949 Mittelbexbach – SV Merchweiler 3:0

 

Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet und das Grundgesetz als provisorische Verfassung in Kraft gesetzt, dessen Präambel ein Wiedervereinigungsgebot enthielt; Bonn wurde Hauptstadt. In der sowjetischen Besatzungszone wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet.

1949/50
Ehrenliga Saarland
[Level 2]

1. Mannschaft 1949

v.l.n.r: Trainer Josef Loquai, Ernst Mauer, Heinz Hammer, Ewald Riehm, Kurt Platte, Hermann Scherer, Herbert Dorn, Fritz Koch, Benno Koch, Reinhard Kirsch, Dr. Ruffing knieend: Günther Kleer, Edgar Busse, Robert Schneider

Hanne Plückhahn gab seine Trainertätigkeit auf. Ihm folgte vom VfR Mannheim Josef Loquai.

Der junge Benno Koch stieß zur Mannschaft, die in einer starken Liga immerhin einen guten 7. Platz erreichte.

Die 1. Runde im Saarlandpokal bescherte das Lokalderby schlechthin in Quierschied. Nach dem 2:3 Sieg traf man im 1/8-Finale auf Eppelborn, den letzten Vertreter der Kreisklasse, und gewann vor 500 Zuschauern mit 3:1 auf dem Haldy. Im 1/4-Finale scheiterte der SV Merchweiler knapp mit 2:3 gegen den FC Ensdorf, obwohl man zur Halbzeit mit 2:0 in Führung lag. Die Partie fand auf neutralem Platz in Burbach statt.

Die A-Jugend wurde Kreismeister!

1949 – Kreismeisterschaft der A-Jugend; Haldy – im Hintergrund „Schilde-Haus“

Am 15. Juni 1949 regte Ministerpräsident  Johannes Hoffmann in einem Brief an den Landessportverband an, die saarländischen Sportverbände mögen sich den französischen Verbänden angliedern. Auf dem Bundestag des Saarländischen Fußball-Bundes am 17. Juli 1949 in Sulzbach stimmen 299 Delegierte für die Zugehörigkeit zur Federation Francaise de Football, aber 609 stimmen dagegen bei 55 Enthaltungen. Ein deutliches Signal an die Politik. Der Saarländische Fußball-Verband wurde am 23.06.1950 eigenständiges Mitglied der FIFA, noch vor Aufnahme des DFB.

Saarlandpokal:

05. März 1950 Quierschied – Merchweiler 2:3 (1:2)
02. April 1950 Merchweiler – Eppelborn 3:1 (0:1)
07. Mai 1950 Merchweiler – Ensdorf 2:3 (2:0) -Viertelfinale-

 

ASC DUDWEILER - SV Merchweiler 1:2

In der „Hansa-Kampfbahn“ in Dudweiler
(vorne Herbert Dorn)

1950/51
Ehrenliga | Landesliga
[Level 2]

Es gibt in Merchweiler verschiedene Meinungen darüber, ob es die „beste Mannschaft“ war. Ganz bestimmt hat sie sportlich den weitesten Schritt aller bisherigen Teams getan. Als Vertreter des Saarlands stand sie 1951 in den Aufstiegsspielen zur Oberliga, der damals höchsten Spielklasse in Deutschland.

Heute kaum vorstellbar, aber diese Mannschaft hat überregional für Schlagzeilen gesorgt.

Auf dem Haldy wurde guter und erfolgreicher Fußball geboten, 1.000 Zuschauer und mehr bei den Punktpielen waren keine Seltenheit.

Borussia Neunkirchen nahm mit seinen „Profis“ am Internationalen Saarlandpokal teil und stellte eine 2. Mannschaft für die Ehrenliga.

1951: Der SV Merchweiler gegen den FCS auf dem Kieselhumes

v.l.n.r.: Kraus, Heinz Hammer, Günther Kleer, Benno Koch, Gregor Marschall, Alfred Pfeifer, Fritz Koch, Herbert Dorn, Hermann Scherer, Edgar Busse, Reinhold Schank

Reinhold Schank, ehemaliger Vertragsspieler der Borussia, übernahm den SV Merchweiler als Spielertrainer. Bis zum 18. Spieltag am 11.02.1951 war der SV mit 27:7 Punkten der klare Titelfavorit.

Die Meisterschaft entschied an diesem Sonntag der FCS in Merchweiler mit einem klaren 1:5 auf dem Haldy. Beim Hinspiel in Saarbrücken trennten sich beide Mannschaften noch 1:1.

Die Niederlage gegen den FCS brachte den SV Merchweiler aus dem Tritt, denn in den restlichen 9 Spielen konnten nicht mehr als 6 Punkte erzielt werden (5 Niederlagen, 2 Unentschieden, 2 Siege).

Fast wurde alles verspielt, doch am letzten Spieltag (29.04.1951) verlor überraschend St. Ingbert mit 1:0 gegen den als Absteiger feststehenden SC Altenkessel. Der SV Merchweiler musste bis zur 82. Minute im Heimspiel gegen Dudweiler zittern, bis Herbert Dorn in seinem letzten Spiel für Merchweiler den wichtigen 1:1 Ausgleich erzielte.

Saisonfinale auf dem Haldy

29. April 1951 – Haldy
Merchweiler – Dudweiler 1:1 (0:1)

SV Merchweiler: Edgar Busse; Fritz Koch, Günther Kleer, Heinz Hammer, Kurt Platte, Erich Zenner, Alfred Pfeiffer, Reinhold Schank, Hermann Scherer, Herbert Dorn, Benno Koch

Dudweiler:
Schweig, Weishaar, Koch, Wagner, Moschel, Crauser, Bücher, Bick, Deutsch, Rudig, Fritz

Tore:
0:1 Rudig (35.), 1:1 Dorn (82.)

Schiedsrichter:
Flechsenhaar (Ludwigshafen) | Zuschauer: 800

Entscheidungsspiel

Damit war der FCS II Meister der Landesliga, aber nicht aufstiegsberechtigt. Um den 2. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Oberliga berechtigte, wurde zwischen den nun punktgleichen Merchweiler und St. Ingbert ein Entscheidungsspiel notwendig.

Entscheidungsspiel

Am 10. Mai 1951 wurde die Partie in Dudweiler vor 2.000 Zuschauern ausgetragen. Die Preussen, erstmals ohne Herbert Dorn, wurden von Spielertrainer Reinhold Schank zum Sieg geführt. Die Aufstiegsspiele konnten nun beginnen.

Donnerstag, 10. Mai 1951 – Dudweiler Hansa-Kampfbahn
SV St. Ingbert – SV Merchweiler 2:4 (1:2)

SV Merchweiler:
 Edgar Busse; Reinhold Schank, Kurt Platte, Günther Kleer – Fritz Koch, Heinz Hammer, Erich Zenner, Ernst Mauer, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
SV St. Ingbert: Schömann, Weiland, Wellner, Flieger, Kaiser, Becker, Harzheim, Metz, Klemmer, Wagner, Wachs

Tore:
0:1 Benno Koch (18.), 1:1 Klemmer (22.), 1:2 Pfeifer (42.), 1:3 Hermann Scherer (65.), 2:3 Wagner (70.), 2:4 Hermann Scherer (84.)

Schiedsrichter:
Dinger (Rußhütte) | Zuschauer: 2.000

Saarlandpokal:

01. April 1951 Oberthal – Merchweiler 1:3 (1:3)
00. Mai 1951 Merchweiler – Burbach 0:4 (0:2)

Duell im Ellenfeld - Merchweiler gewinnt 2:0 gegen Neunkirchen II

v.l.n.r.: Rümmler, Bildt, Edgar Busse, Kurt Platte, Fritz Koch

28. Januar 1951 – Ellenfeld
VfB Neunkirchen II – SV Merchweiler 0:2 (0:2)

Neunkirchen: Ulrich, Simon, Kaliene, Roth, Keller, Lauck, Schmelzer, Lengert, Bild, Rummler, Halberstadt
SV Merchweiler: Edgar Busse, Kurt Platte, Günther Kleer, Fritz Koch, Heinz Hammer, Erich Zenner, Reinhold Schank, Herbert Dorn, Hermann Scherer, Alfred Pfeiffer, Benno Koch
Tore: 0:1 Erich Zenner (25.), 0:2 Herbert Dorn (32.)
Schiedsrichter:
Heinrich (Burbach) | Zuschauer: 1.600

1951
Aufstiegsrunde zur Oberliga
Südwest

Bis zur Gründung der Bundesliga in der Saison 1963/64 wurde in 5 regionalen Oberligen als damals höchste Deutsche Liga gespielt. Da für 1951 die Rückkehr der Saarländischen Vereine in den Deutschen Liga-Spielbetrieb vereinbart wurde, galten der 1. FC Saarbrücken und Borussia Neunkirchen mit ihrem Profikader für die kommende Saison in der Oberliga als gesetzt. Als 3. Saar-Verein konnte der Saarländische Qualifikant zur Oberliga aufsteigen – der SV Merchweiler !

Die Aufstiegsrunde sollte zunächst als „Einerrunde“ mit Spielen auf neutralem Platz ausgetragen werden.

Man entschied dann doch anders und spielte in 2 Gruppen:

Gruppe I (Pfalz/Saar):
– SG Pirmasens
– SV Merchweiler
– VfR Frankenthal
– ASV Hochfeld

Gruppe II (Rheinland):
– SC Bad Neuenahr
– SG Weisenau
– TuS Konz
– Spfr. Herdorf

Gespielt wurde eine vollständige Runde (Hin- und Rückspiel) innerhalb der Gruppen vom 24. Mai bis 13. Juni – 6 Spiele in 20 Tagen!

Die Vorbereitung

Für den SV Merchweiler begann das Aufstiegsrennen mit einem Testspiel beim damaligen Kreisliga-Verein FV Eppelborn. Die Generalprobe am 15. Mai 1951 ging mit 1:0 (Schirra) verloren.

An Frohnleichnahm fand auf dem Haldy das este Aufstiegsspiel statt. Der Gegner war der ASV Hochfeld, und Merchweiler gewann den Auftakt mit 1:0 (Benno Koch, 41.).

Donnerstag, 24. Mai 1951 – Merchweiler Haldy
SV Merchweiler – ASV Hochfeld 1:0 (1:0)

SV Merchweiler:
 Edgar Busse – Richard Zewe, Kurt Platte, Heinz Hammer, Günther Kleer – Fritz Koch, Erich Zenner, Reinhold Schank, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
ASV Hochfeld: Zajons – Bauer, Butz, Sandreuther, Mindl, Boller, Süss, Schotthoff, Fauth, Hager, Hellmann
Tore: 0:1 Benno Koch (41.)
Schiedsrichter: Schmitt (Trier)
Zuschauer: 1.000

Am folgenden Sonntag fand das erste Auswärtsspiel in Pirmasens vor 3.500 Zuschauern statt. Merchweiler ging in der 3. Minute in Führung, verloren die Partie am Ende mit 5:1. „Zu hoch“ war die Meinung auf beiden Seiten.

Sonntag, 27. Mai 1951 – Pirmasens, Horeb (Stadion an der Zweibrücker Straße)
SG Pirmasens – SV Merchweiler 5:1 (3:1)
Tore: 0:1 Benno Koch (3.), 1:1 Wehrum (9.), 2:1 Wehrum (24.), 3:1 Wehrum (39.), 4:1 Wehrum (63.), 5:1 Wehrum (89.)

Schiedsrichter:
Dahl (Kreuznach)
Zuschauer: 3.500

Nun wartete Frankenthal. Am Sonntag den 03. Juni 1951 gab es für die Preussen nichts zu holen und mit einer deutlichen 4:0 Niederlage im Gepäck trat man die Heimreise an.

Sonntag, 03. Juni 1951 – Frankenthal
VfR Frankenthal – SV Merchweiler 4:0

SV Merchweiler:
 
Edgar Busse – Richard Zewe, Kurt Platte, Heinz Hammer, Günther Kleer – Fritz Koch, Erich Zenner, Reinhold Schank, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
VfR Frankenthal: 

Tore: 1:0 — (-.), 2:0 — (-.), 3:0 — (-.), 4:0 — (-.)

Schiedsrichter:
— (–)
Zuschauer:

Das erste Rückspiel, die letzte Chance auf einen der beiden vorderen Plätze. Nach den beiden Niederlagen in Pirmasens und Frankenthal kam am Sonntag den 10. Juni 1951 die SG Pirmasens auf den Haldy und wurde deutlich mit 3:0 nach Hause geschickt.

Mittwoch, 06. Juni 1951 – Merchweiler, Haldy

SV Merchweiler – SG Pirmasens 3:0
SV Merchweiler:  Edgar Busse – Richard Zewe, Kurt Platte, Heinz Hammer, Günther Kleer – Ernst Mauer, Erich Zenner, Reinhold Schank, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
Tore: 1:0 Hermann Scherer (12.), 2:0 Benno Koch (50.), 3:0 Eigentor (70.)
Schiedsrichter: Fritz (Oggersheim)
Zuschauer: 1.500

 

Die letzte Chance auf einer der beiden Finalplätze war dann das Heimspiel gegen Frankenthal. Merchweiler glaubte durchaus an seine Chance, doch Kapitän und Spielertrainer Reinhold Schank erkrankte mit Fieber und konnte nur mit einigen Kunstgriffen am Spiel teilnehmen. Das Merchweiler Spiel wirkte müde und zerfahren. Nach 25 Minuten erzielte Wißmann die Führung für Frankenthal. In der Folge war Merchweiler am Drücker, Alfred Pfeifer erzielte den Ausgleich (41.).

Kurz nach der Pause, in der 50. Minute, unterbrach Schiedsrichter Dusch (Kaiserslautern) wegen eines Platzregens die Begegnung für 15 Minuten. Der Haldy glich einem See. Die Hälfte der Zuschauer waren wegen des Regens gegangen, als Frankenthal nur eine Minute nach Wiederanpfiff den erneuten Führungstreffer erzielte. Merchweiler hatte danach noch Chancen zum Ausgleich, doch es blieb beim 1:2 bis zum Schluß.

Sonntag, 10. Juni 1951 – Merchweiler, Haldy

SV Merchweiler – VfR Frankenthal 1:2 (1:1)

SV Merchweiler:
 Edgar Busse – Reinhold Schank, Kurt Platte, Günther Kleer, Ernst Mauer, Heinz Hammer, Erich Zenner, Richard Zewe, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
VfR Frankenthal: Dinger – Pfund, Hohl, Steegmann, Hartz, Bens, Kaiser, Grewenstein, Wißmann, Agricola, Kold

Tore:
0:1 Wißmann (24.), 1:1 Alfred Pfeifer (41.), 1:2 Wißmann (55.)

Schiedsrichter:
Dusch (Kaiserslautern)
Zuschauer: 1.000

 

Im letzten Spiel der Runde um die „goldene Ananas“ am Mittwoch den 13. Juni 1951 musste Merchweiler beim ASV Hochfeld noch einmal ran. Vielversprechend der Anfang am Mundenheimer Bahnhof. Zur Pause lag Merchweiler mit 1:2 (Hermann Scherer, Ernst Mauer). Den Führungstreffer für Hochfeld setzte Mohr. Schiedsrichter Oswald pfiff zur zweiten Halbzeit, und in 20 Minuten erzielte Hochfeld 4 Treffer. Zudem musste Hermann Scherer nach 10 Minuten mit Nasenbeinbruch vom Platz und die Mannschaft spielte mit 10 Mann weiter.

Mittwoch, 13. Juni 1951 – Ludwigshafen, Mundenheimer Bahnhof
ASV Hochfeld – SV Merchweiler 5:2 (1:2)

ASV Hochfeld:
Zajons – Bauer, Duschner, Gottfried, Mindl, Boller, Süss, Schotthoff, Fauth, Mohr, Hellmann
SV Merchweiler:  Edgar Busse – Fritz Koch, Kurt Platte, Günther Kleer, Ernst Mauer, Heinz Hammer, Erich Zenner, Gregor Marschall, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch

Tore:
1:0 Mohr (17.), 1:1 Ernst Mauer (32.), 1:2 Hermann Scherer (40.), 2:2 Süß (47.), 3:2 Fauth (50.), 4:2 Schotthoff (60.), 5:2 Gottfried (65.)

Schiedsrichter:
Oswald (Worms)
Zuschauer: 300

Zusammenfassung:
Do 24. Mai 1951 Merchweiler – Hochfeld 1:0
So 27. Mai 1951 Pirmasens – Merchweiler 5:1
So 03. Juni 1951 Frankenthal – Merchweiler 4:0
Mi 06. Juni 1951 Merchweiler – Pirmasens 3:0
So 10. Juni 1951 Merchweiler – Frankenthal 1:2
Mi 13. Juni 1951 Hochfeld – Merchweiler 5:2


Soweit der sportliche Ablauf. Der SV Merchweiler hat versucht, sich sportlich für die Elite-Liga zu qualifizieren. Ein Aufstieg in die 2. Oberliga war für den Vertreter des Saarlandes (vermutlich politisch) nicht vorgesehen. Hier legen wir noch einen Artikel aus dem Kicker Sportmagazin vom 20. Juni 1951 vor. Es darf sich jeder seinen Reim darauf machen.

In der Chronik des LSC steht hierzu:
Als Meister der Landesligasaison 1950/51 ist die Mannschaft berechtigt, an den Aufstiegsspielen der Oberliga Südwest teilzunehmen. Zu Beginn der Runde spielt der ASV Hochfeld gegen Preußen Merchweiler im Saargebiet. Es ist das erste Pflichtspiel eines Saarvereins gegen einen Verein des Deutschen Fußballbundes nach dem Anschluss des Saargebietes an die Bundesrepublik. Der Aufstieg in die Oberliga gelingt nicht, doch als Meister der Landesliga kommt der ASV in die neu geschaffene 2. Liga Südwest. Wie bereits erwähnt, verabschiedet sich der ASV damit vom reinen Amateurfußball.

Der SV Merchweiler blieb also in der nun bezeichneten 1. Amateurliga – für die nächsten 15 Jahre – und es sollte auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass man dicht an der Meisterschaft und dem Aufstieg scheiterte.

Der VfR Frankenthal hatte sich mit Weisenau am Ende für die Oberliga qualifiziert. Die übrigen Mannschaften der Relegationsrunde (Bad Neuenahr, Herdorf, Konz, Pirmasens und Hochfeld – heute Ludwigshafener Sport-Club) stiegen in die 2. Liga auf.

Die Belastung aus der Aufstiegsrunde führten in der darauffolgenden Saison fast zum Abstieg, der nur knapp vermieden werden konnte. Auch der Wegfall von Herbert Dorn und Reinhold Schank begrenzte die Mannschaft in ihren Möglichkeiten.

1951/52
Amateurliga
[Level 3]

Herbert Dorn hatte den Verein Richtung Quierschied verlassen. Reinhold Schank verließ den Verein zum Abschluß der Aufstiegsrunde.
Reinhard Kirsch übernahm die Mannschaft zusammen mit Paul Benzmüller.

Doch ohne Schank und Dorn schien das Spiel der Mannschaft nicht rund zu laufen und so fand man sich zum Saisonende auf dem vorletzten Platz.

Der SV Merchweiler musste in die Qualifikation, um den Ligaverbleib zu sichern. In Wiebelskirchen gewann der SV gegen Erbach mit 4:3 (Tore: 1:0 Benno Koch, 2:0 Hermann Scherer, 3:3 Ernst Mauer,  4:3 Hermann Scherer) und sicherten somit den Klassenerhalt.

Zurück im Deutschen Liga-System
Aus der Ehrenliga wird die Amateurliga.
Spielsystem ab 1951/52 bis 1955/56:
Oberliga
2. Oberliga
1. Amateurliga
Bezirksliga (2)
1. Kreisliga
2. Kreisliga

Saarlandpokal:
11. Mai 1952 Bildstock – Merchweiler 3:2 (0:0)

1952/53
Amateurliga
[Level 3]

Mit dem schussgewaltigen Willi Buchborn und dem Merchweiler Talent Ernst Bühler kamen zwei junge Spieler zum Kreis der 1. Mannschaft und stellten ihr Können unter Beweis.

Merchweiler - Marpingen

„Das ewige Duell“
1953 -Willi Buchborn (links)

Willi Buchborn debütierte als 17-jähriger im Vorbereitungsspiel gegen Stiring-Wendel (4:2) und sorgte für erste Schlagzeilen. Merchweiler startete mit 6 Siegen in Folge in die Saison.

Der Fußball begeisterte die Merchweiler Bürger, die Spieler waren die Idole der Jugend. Zu den Spielen strömten die Zuschauer auf den Haldy.

Ein neues Vereinswappen

Ein neues Wappen für unseren Verein. Erstmals 1952 auf unseren Trikots.

Die Mannschaften hatten damals in der Gaststätte Enderlein ihre „Umkleide“ und liefen zum Spiel durch das Spalier der dichtgedrängt am Straßenrand stehenden Zuschauer über die zwischenzeitlich wieder aufgebaute Eisenbahnbrücke zum Haldy.

Die Kapazität des Haldy zur Aufnahme der Zuschauer war an der Grenze und der Verein stelle Überlegungen zum Ausbau der Sportstätte an. Auch die Anlage eines Rasenplatzes stand zur Debatte.

6. Spieltag
Brebach – Merchweiler 1:2 (0:1)

SV Merchweiler:  Edgar Busse, Kurt Platte, Günther Kleer, Fritz Koch, Heinz Hammer, Erich Zenner, Paul Klos, Ernst Mauer, Hermann Scherer, Alfred Pfeifer, Benno Koch
Brebach: Kierspe, Gansauer, Tausend, Striebinger, Redzimski, Willms, Peters, Binger, Krauser, Kippel, Schreiner

Tore: 0:1 Benno Koch (20.), 0:2 Alfred Preifer (52.), 1:2 Binger (52.)

1953/54
Amateurliga
[Level 3]

Im Verlauf der Saison wurde deutlich, dass der eigentlich gut besetzten Mannschaft die Durchschlagskraft im Angriff fehlte.

1953 – Umzug vor dem Rathaus, vorne Reinhard Kirsch

Der etatmäßige Stürmer Herrmann Scherer konnte wegen Verletzungen oft nicht eingreifen, und so fehlten seine Tore, um die Mannschaft in der Tabelle weiter nach vorne zu bringen.

Alfred Pelke übernahm mit Seppl Erb während der Saison die Mannschaft und brachte Heinz Pistorius aus Saarbrücken mit.

1953 - 1. Mannschaft auf dem Haldy

v.l.n.r.: Edgar Busse, Heinz Pistorius, Erich Zenner, Gregor Marschall, Ernst Bühler, Herbert Schuler, Helmut Glaser, Benno Koch, Ernst Mauer, Lothar Kläser, Willi Buchborn

B-Jugend 1954

Norbert Harzheim, Oswald Unkelbach, Edgar Weber, Helmut Wirges, Baldur Bächle, Hans Glaab, Horst Grewenig, Lothar Ries, Herbert Weiler, Walter B, Hans Spengler (nicht im Bild)

1954/55
Amateurliga
[Level 3]

1954 wurde Deutschland Fußball Weltmeister und das „Wunder von Bern“ machte den Fußball noch populärer, als er ohnehin schon war..

Im privaten Bereich waren kaum Autos vorhanden, und so liefen die Zuschauer zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad zu den nahen Auswärtsspielen in Friedrichsthal, Sulzbach, Illingen oder Marpingen.

Die Mannschaft wurde teilweise mit Fahrzeugen oder Transportern von örtlichen Gewerbetreibenden (Alois Müller) zu den Spielen gebracht und spielte in dieser Saison zur Überraschung Aller in gelben Trikots und blauer Hose in Anlehnung an die Brasilianische Nationalmannschaft.

ALois Spengler

Aus der Jugend kam mit Alois Spengler ein Ausnahmetalent, der 1955 beim FIFA Jugendturnier in Italien als Spielmacher der Saarauswahl die Fäden zog. Unter Trainer Helmut Schön war er auch beim Sieg über Frankreich maßgeblich beteiligt.

„Es Wissje“ blieb dem SV Merchweiler bis weit in die Sechziger Jahre als Spieler treu und war einer der Garanten für die bestimmende Rolle in der Amateurliga.

Er verstarb viel zu früh 1979 im Alter von 41 Jahren.

Alois Spengler gehört sicher zu den besten Fußballspielern, die das schwarz-weiße Trikot getragen haben.


Trophäe kehrt zurück

1954 gewinnt die AH das Turnier in Besseringen (Foto: Leo Kirsch bei der Siegerehrung). Die Trophäe (ein handbemaltes Einzelstück aus dem Hause Villeroy & Boch) stand einige Jahre im Sportheim, war dann jahrzehntelang verschollen. Im Mai 2019 tauchte die tolle Vase wieder auf und wurde anläßlich des 100jährigen Jubiläums gezeigt.

Turniersieg Ah in Besseringen 1954

v.l.n.r.: Helmut Enderlein, Egon Gerber, Fritz Koch, Günther Kleer, Ewald Riehm, Anton Alt, Hans Breyer, Kurt Platte, Leo Klär | Leo „Kläsje“ Kirsch, Hennes Spengler, Sepp Meps, Erwin Eichhorn, Hubert „Napp“ Schumacher, Erich Zenner

Preussen Brasilianisch

1954 Amateurliga v.l.n.r.: Ernst Bühler, Willi Buchborn, Edgar Busse, Erwin Meyer, Helmut Glaser, Toni Horn | Benno Koch, Alois Spengler, Hermann Scherer, Paul Klos, Herbert Schuler

umworbene Spieler

1955 – Benno Koch (rechts)

1955/56
Amateurliga
[Level 3]

In der Generalversammlung vom 22.05.1955 wird der längjährige Vorsitzende und Mitbegründer des Vereins Ferdinand Thull zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die A-Jugend wurde Saarlandmeister. Aus diesem Jahrgang kamen die Nachwuchsspieler, die in den kommenden Jahren in der Amateurliga für Furore sorgten und der Mannschaft eine enorme Qualität bringen sollten.

Die Sänger-Zwillinge Helmut und Herbert, Hans Spengler, Jakob Steil und Horst Kirsch seien in diesem Zusammenhang stellvertretend genannt.

Die Perspektive stimmte also.

A-Jugend Saarlandmeister 1956

v.l.n.r.: Trainer Johann „Hennes“ Spengler, Horst Grewenig, Helmut Glaab, Horst Kirsch, Walter Fuchs, Jakob Steil, Hans Glaab, Reinhard Kirsch vorne: Hans Gilges, Helmut Sänger, Herbert Sänger, Oswald Unkelbach, Herbert Weiler

Foto: dpa

Volksabstimmung zum Saar-Statut

Mit einer Wahlbeteiligung von 97,55 % stimmten am 23. Oktober 1955 67,71% der Saarländer mit „NEIN“, was als Ausdruck des Willens zu einem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland angesehen wurde.

Nach Verkündigung des Wahlergebnisses treten Ministerpräsident Johannes Hoffmann und sein gesamtes Kabinett zurück. Am 29. Oktober beschließt der Landtag die Auflösung für den 17. Dezember 1955, und Neuwahlen für den 18. Dezember 1955.

1956/57
Amateurliga
[Level 3]

1956 wurde mit Jakob Balzert (1956-1959) eine Saarländische Fussball-Legende als Trainer verpflichtet.

Balzert absolvierte im Februar 1955 sein letztes Oberliga-Spiel für den FCS mit 37 Jahren. Mit einer jungen Mannschaft ging „Jockel“ Balzert in eine erfolgreiche Saison, deren Höhepunkt das Achtelfinale im Südwest-Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken vor knapp 3.000 Zuschauern auf dem Haldy war.

Hansi Spengler, Jakob Steil und Horst Kirsch kamen als 17-jährige zu ihren ersten Einsätzen in der ersten Mannschaft.

1956 - Preussen wieder Vereinsnamen

In der Generalversammlung vom 26.08.1956 stimmten die Mitglieder auf Antrag des Vorsitzenden Ferdinand Thull dafür ab, den Vereinsnamen „Preußen“ wieder einzuführen.

Hans-Dieter „Hansi“ Spengler

Spielsystem ab 1956/57 bis 1962/63:
Oberliga
2. Oberliga
1. Amateurliga
2. Amateurliga
Bezirksliga (2)
1. Kreisliga
2. Kreisliga

Südwestdeutscher
Pokal:

05.05.1957 Preußen Merchweiler – Hellas Marpingen 5:3
11.05.1957 Preußen Merchweiler – Saar 05 Sarbrücken 5:3

19.05.1957 Preußen Merchweiler – 1. FC Sarbrücken 0:3 (0:1)

Südwestdeutscher Pokal – Achtelfinale

19.05.1957
Preußen Merchweiler – 1. FC Saarbrücken 0:3 (0:1)

Preußen:  Horst Kirsch, Günther Steil, Jakob Steil, Willi Buchborn, Hansi Spengler, Alois Spengler, Ernst Bühler, Hans Glaab, Helmut Sänger, Lothar Rech, Benno Koch
1. FC Saarbrücken: Helmut Maklicza, Manfred Alf, Albert Keck, Theodor Puff, Peter Nimsgern, Herbert Binkert, Erich Rohe, Horst Thiel, Herbert Martin, Ernst Zägel, Peter Krieger

Tore: 0:1 Peter Nimsgern (36.), 0:2 Peter Nimsgern (75.), 0:3 Peter Nimsgern (84.)

Am 27. Oktober 1956 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich das Saarabkommen, demzufolge das Saarland zum 1. Januar 1957 der Bundesrepublik beitrat. Die wirtschaftliche Angliederung an Frankreich bestand noch bis zum 5. Juli 1959.

1957/58
Amateurliga
[Level 3]

Aufstieg im letzten Spiel verschenkt

(Foto: am Ball Benno Koch)

In dieser Spielzeit führten die Preußen die Tabelle bis zum letzten Spieltag an.

Am 21. Spieltag kam es zum Spitzenspiel gegen Theley auf dem Haldy. Beim Stand von 1:1 bekamen die Preussen kurz vor Ende einen Strafstoß zugesprochen. Den bei Preußen-Fans unvergessen und fälligen 11er setzte Hansi Spengler nach eigenen Angaben in die Wolken: „Der Ball kam irgendwo unten am Tennisplatz runter. Ich glaub, den suchen die heute immer noch…“.

Der Partie gegen Theley folgte ein 10:2 Kantersieg gegen Friedrichsthal.

In der folgenden Woche holte man beim 2:2 in Diefflen einen wichtigen Punkt, strauchelte dann in Altenkessel (1:0). Es wurde spannend, denn die Preußen verabschiedeten sich mit einem deutlichen 4:2 Heimsieg gegen Marpingen in eine 4-wöchige Pause bis zum Saisonfinale am 27.04.1958, was tragischer nicht hätte enden können.

Ein Unentschieden hätte zur Meisterschaft gereicht, doch durch eine 2:7 Niederlage gegen Völklingen verlor man den Titel an Theley, die ihr letztes Punktspiel in Quierschied gewonnen hatten.

Saarlandpokal:
05.01.1958 Preußen Merchweiler – Bor. Neunkirchen II 4:5 (Achtelfinale)

Südwestdeutscher Pokal
15.05.1958
Preußen Merchweiler – 1. FC Saarbrücken 2:4 (1:3)

Preußen:  Horst Kirsch, Jakob Steil, Willi Buchborn, Ernst Bühler, Winfried Müller, Alois Spengler, Hansi Spengler, Benno Koch, Gerd Zinsmeister, Herbert Sänger, Helmut Sänger
1. FC Saarbrücken: Helmut Maklicza, Herbert Martin, Herbert Binkert, Ernst Zägel, Albert Keck, Waldemar Philippi, Werner Otto, Theodor Puff, Horst Thiel, Manfred Alf, Peter Krieger

Tore: 1:0 Hansi Spengler (10.), 1:1 Herbert Martin (11.), 1:2 Herbert Martin (30.), 1:3 Herbert Binkert (34.), 2:3 Hansi Spengler (58.), 2:4 Herbert Martin (77.)

1958/59
Amateurliga
[Level 3]

10. Mai 1959: Kombination Kerpen/Preußen spielt gegen den FCS

Wiedereinmal zeigte sich die enge Verbundenheit zu unseren Sportfreunden des Nachbarvereines SV Kerpen 09 Illingen. Mit einer gemischten Mannschaft trat man gegen den FCS an.

 

Saarlandpokal:
nicht ausgespielt

Südwestdeutscher Pokal:
04.01.1959 Preußen Merchweiler – Viktoria Sulzbach 3:1
08.02.1959 Preußen Merchweiler – Saar 05 Saarbrücken 2:3

C-Jugend 1958

 v.l.n.r. Baldur Bächle, Friedel Siffrin, Günther Zimmer, Rudi Woll, Jürgen Decker, Gerd Herrmann, Hans-Dieter Spengler; Albert Volz, Wolfgang Burgard, Kurt Drechsler, Wolfgang Miedreich, Dieter Enderlein

 

1959/60
Amateurliga
[Level 3]

1. Mannschaft 1960

v.l.n.r.: Hans Glaab, Lothar Rech, Winfried Müller, Willi Buchborn, Jakob Steil, Herbert Sänger, Helmut Sänger, Ferdinand Thull | knieend: Alois Spengler, Horst Kirsch, Fritz Paul, Hansi Spengler

 

Im Jubiläumsjahr 1959 übernahm August Schwab den Trainerposten.

Der erste Spieltag war für den Ausgang der Saison richtungsweisend. Mit 5:1 unterlag man deutlich dem späteren Meister Völklingen.

Es folgte eine Serie von 11 Spielen ohne Niederlage, und im Rückspiel gegen Völklingen gewannen die Preußen auf dem Haldy mit 3:1.

Das es am Ende nicht zur Meisterschaft reichte, lag wohl auch daran, dass die Preußen gegen den SV Fraulautern kein Rezept fanden und in beiden Spielen mit 1:2 als Verlierer vom Platz gingen.

Hinzu kamen ärgerliche Punktverluste bei Heimspielen (3:3 gegen Püttlingen und 3:3 gegen Neunkirchen).


Um den steigenden Zuschauerzahlen gerecht zu werden, beginnt man 1959 mit dem Bau der Stehränge auf dem Haldy. Mit dieser Baumaßnahme wird auch die prägnante Betonplatten-Mauer aufgestellt an der Waldseite des Haldy aufgestellt.

In diesem Jahr wird auch mit dem Bau der Umkleiden begonnen.

Horst Kirsch wechselte zu den Sportfreunden 05 nach Saarbrücken in die Oberliga.

TAG X

Ein brüderlicher Handschlag zwischen Saarländischen Grenzpolizisten und französischen Zollbeamten beim Öffnen des Schlagbaums in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1959.
Quelle: Saar-Nostalgie-Rainer Freyer (Foto: Landesarchiv Saarbrücken, Julius C. Schmidt bzw. Presse Foto Actuelle)

Der Tag X
Am 06. Juli 1959 erfolgte der wirtschaftliche Anschluss des Saarlandes durch Übernahme der D-Mark (Volksmund „Tag X“).


 

Lothar Ries

Berufen zur DFB-Schülernationalmannschaft

 

Saarlandpokal:
nicht ausgespielt

Südwestdeutscher Pokal:
27.12.1959 Preußen Merchweiler – SC Friedrichsthal 2:3

A-Jugend Vize-Saarlandmeister 1959/60

Die A-Jugend ereichte das Endspiel um die Saarland-Meisterschaft und unterlag auf den Saarwiesen in Saarbrücken-Burbach unglücklich.

v.l.n.r.: Reinhard Kirsch, Manfred Meiser, Herrmann Konrad, Horst Grewenig, Baldur Bächle, Horst Kläser, Hans Oswald, Helmut Finkler, Josef Mebs | Lothar Ries, Karheinz Ehrlich, Helmut Zenner, Edwin Busse

 

A-Jugend Preußen Merchweiler in Illingen

 v.l.n.r.: Baldur Bächle +, Edwin Busse+, Horst Grewenig, Manfred Meiser, Norbert (Nobbi) Harzheim, Lothar Ries, Hans Oswald, Hermann Konrad

 

1959
40 Jahre SV Preußen

1960/61
Amateurliga
[Level 3]

Auch zu Beginn der Sechziger gehörten die Preussen unter Trainer Schwab zu den Spitzenclubs der Amateurliga.

Zur Saison 1960/61 wechselte allerdings Hansi Spengler zu den Sportfreunden 05 in die Oberliga.

Neu zur Mannschaft kam aus Neuweiler „Hanni“ Huppert. Die Preußen spielten eine souveräne Saison, aber gegen Röchling Völklingen und dem FC Homburg ging man bei Hin- und Rückspiel jeweils als Verlierer vom Platz.

Es zeichnete sich ein Generationswechsel ab, denn die Talente der Jugend brachten enorme Qualität mit.

Die B-Jugend wurde Kreismeister und Vize-Saarlandmeister.

B-Jugend 1960

v.l.n.r.: Günther Enderlein, Rudi Woll, Gerd Herrmann, Wolfgang Salzmann, Jürgen Decker, Peter Dörr, Hugo Seewald, Dieter Enderlein, Werner Marx; Werner Cornelius, Manfred Kirsch, Hans Mohr, Werner Kessler

 

Südwestdeutscher Pokal
23.10.1960
Preußen Merchweiler – 1. FC Saarbrücken 1:6 (0:2)

Preussen:  Edgar Busse, Jakob Steil, Willi Buchborn, Winfried Müller, Ernst Bühler, Hans Glaab, Hanni Huppert, Alois Spengler, Herbert Sänger, Lothar Resch, Helmut Sänger

1. FC Saarbrücken: Helmut Maklicza, Albert Keck, Erich Rohe, Horst Thiel, Werner Hesse, Werner Prauß, Horst Remark, Herbert Martin, Rudolf Köhler, Hans-Dieter Diehl, Karl Meng

Tore: 0:1 Rudolf Köhler (5.), 0:2 Rudolf Köhler (32.), 1:2 Winfried Müller (46.), 1:3 Willi Buchborn (75., Eigentor), 1:4 Horst Remark (76.), 1:5 Herbert Martin (87.), 1:6 Horst Remark (90.)

FC Homburg - Preussen 1:4

1960/61 Spitzenspiel Merchweiler : FC Homburg (Welsch, Ernst Bühler, „Edde“ Busse)

 

1961/62
Amateurliga
[Level 3]

Preußen Merchweiler 1961/62

v.l.n.r.: Hanne Plückhahn, Ernst Bühler, Winfried Müller, Willi Buchborn, Lothar Rech, Rudi Woll, Herbert Sänger | unten: „Hanni“ Huppert, Dieter Enderlein, Manfred Kirsch, Alois Spengler, Helmut Sänger

 

Trainer setzt voll auf die Jugend und hat Erfolg damit

Zwei Spieltage vor Ende der Vorrunde 1961/62 waren die Preußen mit 5:17 Punkten und 9:31 Toren Tabellenletzter.

Nach der 0:3 Niederlage am 29.10.1961 in Marpingen handelte Reinhard Kirsch und verpflichtete Hans-Joachim Plückhahn als Trainer.

Der Trainerwechsel zeigte bereits in der folgenden Partie beim VfB Dillingen Wirkung.

Plückhahn startete mit einer frischen und verjüngten Mannschaft, wobei er 4 Jugendspielern (Manfred Kirsch, Rudi Woll, Werner Cornelius, Dieter Enderlein) den Vorzug gab und leutete mit einem 2:4 Auswärtssieg die Wende ein.

Zum Saisonende belegte man immerhin noch den 6. Platz.

Welche Qualität die Jugend mitbrachte zeigt uns ein Bericht aus der SZ vom Dezember 1962. Es geht hier um ein Spiel der Saarauswahl gegen Luxemburg, bei dem nicht weniger als drei Spieler aus Merchweiler in der Startaufstellung vertreten waren (Manfred Kirsch, Werner Cornelius und Dieter Enderlein). Das Spiel endete übrigens mit einem 4:2 Sieg des Saarländer.

Dieter Enderlein

(* 19. Mai 1944 in Merchweiler; † 20. Januar 2004 in Frankfurt am Main)

1,75 m | 70 kg | Leichtathlet | Post SV Saarbrücken

Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 1966 4 x 100 m Staffel
(39,8 s: Hans-Jürgen Felsen, Gerd Metz, Dieter Enderlein, Manfred Knickenberg)

1963 Deutscher Vizemeister 100m

1965 Deutscher Meister 4 x 100 m Staffel Salamander Kornwestheim
1966 Deutscher Meister 4 x 100 m Staffel Salamander Kornwestheim
1967 Deutscher Meister 4 x 100 m Staffel Salamander Kornwestheim

 

A-Jugend Spieler vor dem Sportheim: Karl-Heinz Kreuzer, Karl-Heinz Persch, Rudi Woll, Werner Cornelius, Werner Kessler

 

Nach Auswärtsspielen besuchte die Erste Mannschaft die Merchweiler Gastronomie, hier die „Grünen Laterne“ im Solch. Eine lange gepflegte Tradition.

 

Saisonabschluß Berlin

v.l.n.r.: (oben) Hanne Plückhan, Jakob Steil, Willi Buchborn, Ernst Bühler, Winfried Müller, Hanni Huppert, Paul Plückhahn, Herbert Sänger, Werner Cornelius, Lothar Rech; (unten) Alois Spengler, Rudi Woll, Werner Kessler, Hermann Oswald, Helmut Sänger

 

Saisonabschluß Berlin

v.l.n.r.: (oben) Lothar Rech, Rudi Woll, Willi Buchborn, Manfred Kirsch, Hanni Huppert; (unten) Helmut Sänger, Winfried Müller, Herbert Sänger

 

Saisonabschluß Berlin

v.l.n.r.: (oben) Willi Buchborn, Hermann Oswald, Hanni Huppert, Lothar Rech, Alois Spengler, Jakob Steil, Herbert Sänger, Ernst Bühler; (unten) Helmut Sänger, Rudi Woll, Manfred Kirsch, Winfried Müller, Werner Cornelius

 

1962/63
Amateurliga
[Level 3]

Günter Bartnicki

v.l.n.r.: Herbert Sänger, Günter Bartnicki, Winfried Müller, Rudi Woll

Der DDR-Oberligaspieler Günter Bartnicki übernahm als Spielertrainer die Preußen. Gute Kontakte zum Fußball der DDR wurden über Jahre bei den Preußen gepflegt.

Preußen – Mettlach 5:3

 v.l.n.r. Günter Bartnicki, Manfred Kirsch, Winfried Müller, Herbert Sänger, Rudi Woll, Jakob Steil

Reinhard Kirsch wird Präsident

So hätte es nach dem Wunsch des Präsidenten noch viele Jahre weitergehen können.

Die Preußen sind eine feste Größe des saarländischen Fußballs. Die Jugendarbeit ist vorbildlich, der Verein freut sich über enormen Zuspruch und viele treue Zuschauer bei den Heimspielen.

In der Generalversammlung 1962 legte Ferdinand Thull sein Amt nieder, Willi König und Ernst Bühler übernahmen die Vereinsspitze.

Reinhard Kirsch wurde zum Präsident gewählt. Er wird am 01. August 1962 mit der goldenen Ehrennadel des SFV ausgezeichnet.

Kabine 1 - Rudi Woll

 

1963/64
Amateurliga
[Level 3]

Zu Saisonbeginn löste Henner Theobald (Borussia Neunkirchen) Günter Bartnicki als Trainer ab. Aufgrund der Einführung der Bundesliga und der Auflösung der Oberliga und der 2. Oberliga Südwest musste die Amateurliga vier Vereine aufnehmen (Ludweiler, Friedrichsthal, St. Ingbert, Theley) und spielte in dieser Runde erstmals mit 18 Clubs, und sollte bis 1965 wieder auf 16 Vereine abgeschmolzen werden.

Ende 1963 zeigten sich erste Anzeichen der Grubensenkungen, als der Platz großflächig unter Wasser stand.

Fortan war kaum noch ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb möglich. Die letzten Heimspiele der Saison wurden in Quierschied und Heiligenwald ausgetragen.

Die Saarbergwerke erklärten, dass sie für alle finanziellen Nachteile des Vereins aufkommen würden. Doch mit dem drohenden Verlust des Haldy machte sich zunächst Resignation breit, die mit finanziellen Zusagen nicht zu heilen war.

Die Zukunft des Vereins stand auf tönernen Füßen, Präsident Reinhard Kirsch sprach vom drohenden Ruin. Der Start der Reparaturarbeiten war noch nicht absehbar, da unter Tage weiter Kohle abgebaut wurde und somit das endgültige Schadensausmaß noch nicht feststand.

Liga-System ab 1963/64 – 1965/66:
1. Bundesliga
Regionalliga (5)
1. Amateurliga
2. Amateurliga (2)
A-Klasse (4)
B-Klasse (8)
C-Klasse (12)

Vor 50 Jahren feierten sie die Meisterschaft

[Bericht aus der SZ]

Die Preußen B-Jugend von 1964 hat jetzt ihre Saarlandmeisterschaft vor 50 Jahren gefeiert. Die Mannschaft, die von Jugendleiter Ernst Mauer senior betreut und von Ernst Bühler und Willi Buchborn („Schlambi“) trainiert wurde, ließ beim „Fietz“ Erinnerungen aufleben. Man blätterte im Archiv und fand dabei auch einige Zitate des SZ-Autors Wilfried Burr nach dem Finale: „Die beiden Torhüter waren die Besten“ lautete die Schlagzeile. „Strasser und Maurer waren die treibenden Kräfte im Angriffsspiel des neuen Landesmeisters.“ – „. . . aber Boussard mit der Flügelspannweite eines Bussardes flog dem Leder in allen Richtungen der Windrose entgegen und verwehrte ihm das Passieren der Torlinie.“ – „Neben Verteidiger Uwe Keil gefiel bei Merchweiler auch Linksläufer Spengler, ein Bruder des Vertragsspielers Hans Spengler von den Sportfreunden aus Burbach.“ – „Eine Minute später aber hieß es doch 1:0 für die Rothemden als Halbstürmer Strasser mit wuchtigem Kopfball verwandelte.“ – „Das 2:0 entsprang einem Alleingang des verletzten Verteidigers Keil, der als Statist auf dem rechten Flügel stürmte.“ Preußen-Geschäftsführer Peter Scheidhauer gratulierte im Namen des SV Preußen Merchweiler und man erinnerte sich daran, dass auch am 28. Juni 1964 Borussia Neunkirchen in die Erste Bundesliga aufstieg.

1964

Saarlandmeister B-Jugend
v.l.n.r.: Ernst Mauer sen., Helmut Pelka, Rudi Strasser, Ernst Mauer jun., Dieter Schulz, Günter Herrmann, Hein Kessler, Trainer Ernst Bühler. knieend: Adolf Schlicker, Uwe Keil, Josef Boussard, Hans Salzmann, Willi Spengler

2014

v.l.n.r.: Josef Boussard, Dieter Schulz, Willi Spengler, Adolf Schlicker, Willi Buchborn; Hans Salzmann, Helmut Pelka, Günter Herrmann

1964/65
Amateurliga
[Level 3]

Es war soweit. Die Grubenschäden hatten mittlerweile mit Schieflage und Bruchspalten ein Ausmaß angenommen, dass unser Haldy unbespielbar wurde.

Sämtliche Heimspiele mussten die Preußen in Quierschied austragen. Unter diesen Rahmenbedingungen war der Klassenerhalt der Amateurliga unmöglich. Zum Saisonende lag die Mannschaft abgeschlagen mit nur 9 Punkten am Ende der Tabelle.

Im Grunde traten die Überlegungen hinsichtlich der Spielklasse der ersten Mannschaft völlig in den Hintergrund, denn jetzt ging es um die Existenz des Vereines. Ein Fußballverein ohne wettbewerbsfähiges Sportgelände, möglicherweise sogar der Totalverlust des Haldy. Das war die Perspektive 1965.

Aber in dieser außergewöhnlichen Situation haben die Preußen gezeigt, was in diesem Verein steckt. Totz widrigster Umstände wurden mit Tatkraft und viel Idealismus die Probleme angegangen. Schon bald sollte wieder auf dem Haldy Fußball gespielt werden.

Trainer Theobald verließ den Verein und Manfred Kirsch wechselte für die Saison 1965/66 zum 1. FC Saarbrücken in die Regionalliga Südwest.

 

1965/66
2. Amateurliga Ost
[Level 4]

Der Start in die 2. Amateurliga war infolge des starken Substanzverlustes schwieriger als man dachte.

Im 1. Spieljahr konnte nur der 6. Platz erreicht werden, aber mit Winfried Rein hatte man einen Trainer gefunden, der den Verein unbedingt zurück in die Amateurliga führen wollte.

Preußen 1965/66

 v.l.n.r.: Winfried Müller, Ernst Mauer, Herbert Sänger, Harald Schäfer, Rudi Woll, Gerd Herrmann, Willi Oman; Edwin Färber, Jakob Steil, Bruno Klomann, Helmut Sänger

1966/67
2. Amateurliga Ost
[Level 4]

Im zweiten Jahr nach dem Abstieg zeigten sich die Preußen stark verbessert, doch in dieser Saison führte an der Teutonia aus Landsweiler kein weg vorbei. Sie dominierten die Klasse und schafften im folgenden Jahr den Aufstieg in die Regionalliga.

Auf dem Haldy tat sich etwas. Als Erweiterung neben den Umkleiden konnte endlich das Sportheim fertiggestellt werden.

 Auf dem Foto erkennt man den Grad der Schieflage. Durch Abtragung der Spielfläche wurde die Schieflage egalisiert und es entstand eine Böschung zum Vorteil der Zuschauer. Auch zu sehen ist die damalige „Toilettenanlage“ hinter dem Tor mit einem Sichtschutz aus Holz.

Im Saarländischen Fußball gibt es eine kleine Änderung. Aus dem Kreis Mittelsaar wird der Nordsaarkreis, und aus aus dem Kreis Blies/Pfalz wird der Ostsaarkreis.

 

Liga-System ab 1966/67 – 1973/74:
1. Bundesliga
Regionalliga
1. Amateurliga
2. Amateurliga (2)
A-Klasse (4)
B-Klasse (8)
C-Klasse (12)

1967/68
2. Amateurliga Ost
[Level 4]

Nach den starken Leistungen der vorigen Saison war der Glaube an die Meisterschaft wieder zurück.

Es wurde Herzschlagfinale, bei dem die Preußen mit einer hervorragenden Abwehr um Winfried Müller („Schassler“) erst zum Ende die Meisterschaft um 2 Punkte verpassten.

Das machte Hoffnung. Man wusste um seine Stärken und fieberte der kommenden Saison entgegen

B-Jugend gewinnt Pfingst-Turnier

v.l.r.: Peter Scheidhauer, werner Gerber, Hellbrück, Busse, Oswald Büchner, Schröder, Edmund Pelka; Gerhard Dörr, Meiser, Bernd Fuchs, Benno Kland, Gernot Jung

D-Jugend Meister 1967/68

v.l.r.: Kremp, G. Koszyk, Uwe Ehrlich, Rainer Zimmer, Michael Wilhelm, Stefan Schmidt, Josef Kleer, Rainer Reichert; Johann Bugiel, Jürgen Zimmer, Friedhelm Siffrin, Uwe Reichert, Alfred Hansen – mit Autogramm von Fritz Walter!

1968/69
2. Amateurliga Ost
[Level 4]

Wie in der Saison davor glaubten die Preußen, dass sie den Wettbewerb kontrollieren könnten.

Den FV Eppelborn hatten sie nicht auf der Rechnung und mit 3 Punkten Vorsprung holte sich der Aufsteiger die Meisterschaft.

Den Preußen blieb erneut nur der undankbare zweite Platz.

Preußen 1968/69

v.l.n.r.: Kurt Meiser, Ernst Mauer, Rudi Woll, Harald Schäfer, Winfried Müller, Edwin Färber, Hans Salzmann, Lothar Deubel; knieend: Helmut Sänger, Bruno Klomann, Herbert Sänger

 

A-Jugend steigt in die Landesklasse auf

Bei der A-Jugend lief es deutlich besser: sie wurden Meister und stiegen mit Horst Kirsch als Trainer in die Landesklasse auf.

v.l.n.r.: Schneider, Hellbrück, Schröder, Zimmer, Paul Clemens, Werner Gemenig, Peter Scheidhauer; Müller, Oswald Büchner, Bernd Fuchs, Werner Gerber, Becker

Uwe Reichert

1969/70
2. Amateurliga Ost
[Level 4]

Das 50-jährige Jubiläum stand ins Haus. Trainer Winfried Rein startete mit seiner Mannschaft den dritten Anlauf zur Meisterschaft.

In den Heimspielen mussten sich die Preußen nur den den Amateuren des FC Homburg geschlagen geben (1:3). Die Niederlagen in Primstal (1:0), Marpingen (2:1) und unverständlicherweise Wiebelskirchen (1:0) haben ein besseres Abschneiden verhindert. Erneut war die Abwehr mit 25 Gegentoren in 26 Spielen der Garant des Erfolges. Erwähnenwert der 10:0 Heimsieg gegen Hüttigweiler. Die Bilanz des Jahres war ein guter 4. Platz.

Erneut ließ die Abwehr um Winfried Müller nicht mehr als 25 Gegentore in 26 Spielen zu.

Preußen 1969

v.r.n.l.: Julius Herrmann, Rainer Reichert, Edwin Färber, Herbert Sänger, Harald Schäfer, Edgar Oellig, Ernst Mauer, Uwe Keil, Winfried Rein, Ludwig Schaumlöffel: Kurt Meiser, Hans Salzmann, Bruno Klomann, Rudi Woll, Helmut Sänger

 

Preußen II 1969

v.r.n.l.: Herbert Schulz, Willi Spengler, Höwer, Benno Kland, Glaab, Busse, Werner Kessler, Karl-Heinz Kreuzer; Heinz Lovisa, Werner Scherer, Hans Mohr, Wolfgang Andreis

 

1969
50 Jahre SV Preußen


1919 - 1945

1945 - 1970

1970 - 1995

1995 - 2019