1919 – 1945

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Hermann Neuberger
* 12.12.1919 Völklingen † 27.09.1992 Homburg
Vizepräsident FIFA 1974-1992
Präsident DFB 1975-1992

1959 – 40 Jahre Preußen Merchweiler

„Der Sport-Verein Preußen 1919 Merchweiler begeht in der ersten Augustwoche sein 40-jähriges Bestehen. Ich freue mich, aus diesem Anlaß dem Verein, der den Namen der Gemeinde über die engeren Grenzen hinaus bekannt gemacht hat, für die bisherige Pionierarbeit am Aufbau des Sportes zu danken. Damit verknüpfe ich die Hoffnung auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit im Dienst an unserer Jugend!“

Hermann Neuberger, Präsident Landessportverband
(August 1959)



Die Anfänge

Anders als in einigen umliegenden Ortschaften wurde erst 1919 ein Fußballverein in Merchweiler gegründet.

Vor dem ersten Weltkrieg bestanden bereits in unserer Region folgende Clubs: Germania 1912 Göttelborn, SV Holz 05, Hellas 05 Bildstock, Kerpen 09 Illingen, Germania 07 Elversberg, Viktoria 05 Quierschied, Viktoria 1912 Hühnerfeld, Teutonia 05 Dudweiler, SC 07 Heiligenwald oder VfR 08 Schiffweiler. Die Clubs waren im Süddeutschen Fußballverband organisiert.

Der „geregelte“ Spielbetrieb kann mit heute nicht verglichen werden. Manchmal dauerte ein Punktspiel 2 Stunden oder länger, bis es entschieden war. Wenn genug Spieler auf beiden Seiten anwesend waren, einigte man sich auch schon mal auf 12 oder 13 Feldspieler.

Schiedsrichter gab es noch nicht, so dass man sich vor dem Spiel auf einen von beiden Seiten respektierten Mann einigte, der mit den Spielführern die Entscheidungen traf und so das Spiel leitete. Der Fußball steckte noch in den Kinderschuhen. In Deutschland gab es  rund 4.500 Vereine, die im DFB organisiert waren (heute 25.000).

1920 waren die Regeln schon sehr nah an dem, was wir heute kennen. Es gab ein rechteckiges Spielfeld mit Mittelkreis, und jede Mannschaft hatte 11 Spieler. Es gab organisierte Schiedsrichter (die gelbe und rote Karte kam erst 1970). Die Ausrüstung der Spieler und die Eigenschaften des Spielballes wurden genormt.

1919/20
Gründung „Fußball-Club Viktoria Merchweiler“

Zu den Pionieren des Fußballspiels in Merchweiler zählten: Josef Michaely, Lorenz Grewenig, Ludwig Schaumlöffel, Johann Poitiers, Eugen Poitiers, Willi Poitiers, Peter Stahl, Hein Petry, Rudolf Platte, Max Platte.

Der Vereinsrechtliche Gründungsakt wurde wie folgt überliefert:

„August 1919 – Auf Initiative des späteren Präsidenten Ferdinand Thull fand im Lokal Enderlein „Komberch“ (Eisenbahnstrasse 7) die Gründung des „Fußball-Club Viktoria Merchweiler“ statt.

Der Verein wird im August 1920 beim Süddeutschen Fußball-Verband e.V. als Mitglied Nr. 2272 zum Spielbetrieb angemeldet.“

Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 09.09.1921 (Vereinsregister Seite 307-313) als Fußball-Club Viktoria 1920 Merchweiler e.V. mit Hinweis auf den 30.03.1920 als urkundliches Gründungsdatum.

Die Vereinsfarben waren „blau-weiß“, als Spielfeld wurde ein Wiesengelände vor dem damaligen Wirtshaus Woll (damals Ludwigstrasse, heute Peter-Wust-Straße) von Familie Krämer angemietet.

Dem Gründungs-Vorstand gehörten nach der Satzungs-Urkunde an:

  • Eugen Poitiers, 1. Vorsitzender
  • Friedrich Enderlein, 2. Vorsitzender
  • Ludwig Schaumlöffel, 1. Schriftführer
  • Eduard Ehrlich, Kassierer
  • Johann Poitiers, 1. Spielführer

In der ersten Mannschaft spielten damals: Johann Poitiers, Eugen Poitiers, Willi Poitiers, Lorenz Grewenig, Josef Michaely, Felix Kirsch, Jakob Hoffmann, Ludwig Schaumlöffel, Hein Petry, Peter Stahl, „Sissi“ Daverio, Heinrich Beck.


Die Victoria (auch Viktoria) ist ein Wanderpokal im deutschen Fußball, der für den deutschen Meister von 1903 bis 1944 verliehen wurde. Heute ist die ursprünglich ersatzweise eingesetzte Meisterschale die Trophäe für den deutschen Fußballmeister, jedoch wurde von 1992 bis 2014 die Victoria wieder (in einer gesonderten Zeremonie) dem Meister überreicht.

http://www.wikiwand.com/de/Victoria_(Pokal)

 

1920/21
Gau Blies; Kreis Saar-Blies; Bezirk Rheinhessen-Saar
C-Klasse [Level 4]

1920 Gründung „Hellas“ und Fusion mit „Viktoria“

Am 01.08.1920 entstand ein zweiter Fußballverein in Merchweiler. 35 Mitglieder bei der Gründungsversammlung im Lokal Baltes (Schwan) gaben sich den Namen „Sport Klub Hellas“. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 13.10.1920 ( Vereinsregister Seite 300-304).

Hellas nahm zunächst nicht am Liga-Spielbetrieb teil. Gespielt wurde im Merchtal auf der Gänseweide, später auf dem heutigen Rathausgelände.

Dem Hellas-Vorstand gehörten laut Urkunde an: Edmund Boussard (1. Vorsitzender), Albert Altmeier (2. Vorsitzender), Johann Kirsch (Schriftführer), Paul Meiser (Kassierer), Anton Stahl (Beisitzer).

Bereits ein halbes Jahr am 11.11.1920 später fusionierten beide Vereine als „Sportverein Viktoria“.

Der neue Vorstand stellte sich wie folgt zusammen

  • Ferdinand Thull, 1. Vorsitzender
  • Edmund Boussard, 2. Vorsitzender
  • Johann Kirsch, Geschäftsführer
  • Rudolf Platte, Schriftführer
  • Max Platte, Kassierer
  • Felix Kirsch, Unterkassierer
  • Eugen Poitiers, Beisitzer
  • Jakob Hoffmann, Beisitzer
  • Fritz Keil, Spielausschuss

Das ganze geschah in bewegten Zeiten. Am 27. Februar 1920 trat das Saargebiet als Folge des 1. Weltkrieges unter die Verwaltung des Völkerbundes. Im Artikel 49 des Versailler Vertrages war festgelegt, dass nach 15 Jahren (1935) die Saarländer in einer Volksabstimmung darüber entscheiden sollten, “ unter welche Souveränität sie zu treten wünschen „.

VereinSp.TorePunkte
1. 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5.FC Viktoria Merchweiler 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0
Stimmzettel 1935

1921/22
Gau Blies; Kreis Saar-Blies; Bezirk Rheinhessen-Saar
C-Klasse [Level 4]

Die Dachorganisation des Ligaspielbetriebes war der Süddeutsche Fußball-Verband. Die Kreisliga war die höchste Spielklasse des Verbandes, darunter gab es die A- B- und C-Klasse. Der Verband war ab 1920 in 10 Kreise gegliedert, deren Meister um den Titel des Süddeutschen Fußball-Meisters spielten, welcher wiederum um die Deutsche Meisterschaft spielte.

[Quelle: www.sueddeutsches-fussballarchiv.de/]

VereinSp.TorePunkte
1. 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5.SV Viktoria Merchweiler 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0

 

1922/23
Gau Blies; Kreis Saar-Blies; Bezirk Rheinhessen-Saar
C-Klasse [Level 4]

1923 – Aufstieg in die B-Klasse

Nachdem man das Gelände in der Ludwigstrasse aufgeben musste, fand die Viktoria am Nusswäldchen einen neuen Sportplatz, allerdings auch nur ein Provisorium.

Viktoria konnte zum Abschluss der Saison 1922/23 die erste Meisterschaft verbunden mit dem Aufstieg in die B-Klasse verbuchen. Der erste Meilenstein in der noch jungen Vereinsgeschichte.


100-Tage-Streik der Bergleute

Von Februar bis Mai 1923 streiken 70.000 Bergleute an der Saar.

Am 7. Februar 1923 marschierten französische Truppen auch im Saargebiet ein, um die Gruben zu besetzen und den Betrieb so gut wie möglich aufrecht zu halten. Die Bergleute waren sich in ihrem Widerstand einig, doch es gab auch Streikbrecher, die unter dem Schutz französischer Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten zu den Gruben geleitet werden mussten.

Die von den Gewerkschaften für „Notdienste“ untertage geschickten Bergarbeiter verweigerten teilweise den Einsatz, um nicht als „Vaterlandsverräter“ dazustehen. Ein erster großer Erfolg für die nationalistische Einheitsfront im Saargebiet, die erstmals klare Konturen angenommen hatte. Die antifranzösische Aufbruchstimmung hatte jetzt auch die Kernschicht der Arbeiterschaft erfasst.

Die Weichen für den großen Sieg der „Heim-ins-Reich“-Bewegung bei der Volksabstimmung im Januar 1935 wurden nach Einschätzung vieler Historiker somit bereits 1923 gestellt. (SZ 23.04.2012)

VereinSp.TorePunkte
1.SV Viktoria Merchweiler 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5. 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0
Meistermannschaft der Viktoria 1922/23 Richard Nicklas, Johann Poitiers, Wlli Poitiers, Felix Kirsch, Herrmann Enderlein, Ludwig Schaumlöffel, Fritz Koch, Martin Schirra, Arthur Dörr, Karl Krauss, Paul Meiser, Josef Ames