1919 – 1945

1935/36
Gau 13 Südwest Bezirk Saar Kreisklasse 1, Gruppe Blies [Level 3]

„Haldy“ wird die neue Spielstätte

Auf Betreiben von Reinhard Kirsch erwirbt die Gemeinde 1935 das Gelände an der Glashütte und verpachtet es den Preußen zur Nutzung als Fußballplatz.

Hauptgrund für Reinhard Kirsch war, dass der Haldy im Gegensatz zu allen anderen bisherigen Spielstätten mit regelkonformen Abmessungen hergerichtet werden konnte. Das Gelände bot zudem die Möglichkeit, in der Zukunft Sozialräume wie Umkleiden und Kabinen entstehen zu lassen. Letztlich ging es auch um das geordnete Beitreiben von Eintrittsgeldern, was für den Verein eine elementare Bedeutung hat.


Die Vorstandswahlen brachten eine Veränderung. Ferdinand Thull, bis dahin Bergmann, wurde als Mitglied der NSDAP und Angehöriger der SS auf den Posten des Polizeichefs in Merzig beordert und stellte sein Amt zur Verfügung. Er wurde zum „Ehrenvorsitzenden“ gewählt. Alois Alger übernahm das Amt des „Vereinsführers“. Ein Vereinsführer konnte nur nach politischer Zuverlässigkeitserklärung der NSDAP sein Amt übernehmen. Konnte keine linientreue Person gefunden werden, wurde auf Fusion mit einem anderen Club gedrängt – oder der Verein wurde aufgelöst.


Woher kommt der Name „Haldy“?
Der Name ist auf den ursprünglichen Nutzer zurückzuführen. Das Gelände an der Glashütte stand im Besitz der Saarbrücker Industriellen-Familie Haldy. Die Gebrüder Haldy betrieben Kokereien in Altenwald und Heinitz. In Merchweiler wurde auf dem heutigen „Haldy“ Bauholz gelagert und vertrieben.

VereinSp.TorePunkte
1. 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5.SC Preussen Merchweiler 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0
Erntedankfest 1935 – Umzug der Preussen im „Unnerdorf“

1936/37
Gau 13 Südwest Bezirk Saar Kreisklasse 1, Gruppe Blies [Level 3]

Die Preussen erreichen erstmals die Meisterschaft in der Kreisklasse, können sich aber in der Aufstiegsrunde gegen Dillingen, Sulzbach, Theley und Völklingen nicht durchsetzen.

Reinhard Kirsch absolvierte 1936 in Berlin seine Ausbildung zum Fußball-Lehrwart an der Reichsakademie für Leibesübungen. Dies war der erste fußballspezifische Lehrgang unter der Leitung von Prof. Otto Nerz, dem ersten Trainer des Deutschen Fußball Bundes.

1920 wurde „Deutsche Hochschule für Leibesübungen“ (DHfL) als freie Hochschule der Sportverbände gegründet. 1935 wurde sie von den Nationalsozialisten in „Reichsakademie für Leibesübungen“ umbenannt. Aus ihr ist die Deutsche Sporthochschule in Köln entstanden. (Quelle: Wikipedia)

VereinSp.TorePunkte
1. SC Preussen Merchweiler 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5. 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0

1937/38
Gau 13 Südwest Bezirk Saar Kreisklasse 1, Gruppe Blies [Level 3]

Auch in der Saison 1937/38 erreichten die Preußen die Meisterschaft, scheiterten aber nochmals in den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse, bei denen sie 2 der 4 Partien verloren.

Meistermannschaft 1937/38 v.l.n.r.: Reinhard Kirsch, Josef Wagner, Helmut Enderlein, Günther Kleer, A. Baltes, Otto Guckert, Alfred Bethscheider, Franz Walz, Heinz Maurer, Fritz Koch, Egon Gerber, Alfred Kremp, Peter Klos, Leo Kirsch
VereinSp.TorePunkte
1. SC Preussen Merchweiler 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5. 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0

1938/39
Gau 13 Südwest Bezirk Saar Kreisklasse 1, Gruppe Blies [Level 3]

Meisterschaft Kreisklasse und Aufstieg in die Bezirksklasse im dritten Anlauf

Nach der dritten Meisterschaft in Folge konnte man die Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse endlich erfolgreich abschließen.

Meister 1938/39 Alois Alger, Hugo Enderlein, Erwin Eichhorn, Peter Klos, Hans Mertel, Jürgen Decker, Konrad Gottesleben, Fritz Koch, Hennes Spengler, Hubert Schumacher, Hans Wachter, Peter Bund, Leo Kirsch, Richard Naumann, Reinhard Kirsch
VereinSp.TorePunkte
1. SC Preussen Merchweiler 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5. 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0
Siegerehrung zum Aufstieg 1939 Leo Kirsch mit Siegerkranz, rechts daneben Hennes Spengler

1939/40
Bezirksklasse Saar [Level 2]

Aufstieg war ein Meilenstein

20 Jahre nach Gründung spielen die Preußen erstmals in der damals zweithöchsten regionalen Liga, der Bezirksklasse. Die Bezirksklasse war der Unterbau der Gauliga (ab 1942 Sportbereichsklasse), in der damals der Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach, 1. FC Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen, FV Saarbrücken (FCS) oder Mainz 05 unterwegs waren. Diese Liga war zweigeteilt und die Saarländischen Clubs spielten in der Staffel Saarpfalz.

Der Ligastart war ursprünglich auf den 03. September terminiert. Erster Gegner wäre Sulzbach gewesen. In der Bezirksklasse sollten spielen:
Ensdorf, Güdingen, Saarlouis, St. Ingbert, Völklingen, Quierschied, Saar 05, Burbach, Dudweiler, Sulzbach, Mittelbexbach-Höcherberg und Merchweiler.

Aufgrund der Kriegsereignisse um den 01. September rückte der Fußball in den Hintergrund.

Das erste Spiel war dann auf dem Haldy nach einer Ligaumstellung am 26. November 1939 gegen Post Neunkirchen und endete mit einem 5:1 Sieg der Preußen..

Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen begann im September 1939 der II. Weltkrieg und viele Spieler und Mitglieder der Preußen wurden zum Militärdienst eingezogen. Nicht alle kamen aus dem Krieg zurück. In der Festschrift zum 40. Jubiläum werden 30 im Krieg gefallene Mitglieder genannt.

VereinSp.TorePunkte
1.Quierschied2 0:0 4:0
2.Hansa Dudweiler3 0:0 4:2
3.Preußen Merchweiler3 0:0 4:2
4.Mittelbexbach-Höcherberg3 0:0 4:2
5.VfL Homburg3 0:0 4:2
6.St. Ingbert2 0:0 3:1
7.Sulzbach2 0:0 3:1
8.Hellas Bildstock2 0:0 0:4
9.VfL Homburg-Nord30:00:6
10.Post Neunkirchen30:00:6
Bezirksklasse-Mannschaft der Preußen 1940 v.l.n.r.: Reinhard Kirsch, Hubert Schumacher, Peter Klos, Anton Alt, Hans Breyer, Hennes Spengler, Jürgen Decker, Franz Walz, xx, Ewald Engel,xx, Leo Kirsch, Alois Alger

1940/41
1. Klasse Bezirk Nordsaar [Level 2]

Im zweiten Jahr in der Bezirksklasse (jetzt 1. Klasse Bezirk Nordsaar) spielten die Preußen ein gute Runde und landeten sogar auf dem 2. Platz.

1. Jugendmannschaft 1940: Enderlein, Riehm, Eckert, Reichert, Hermann Scherer, Kirsch, xx, Schmidt, xx, Meiser, Lehnhof, Thiel, Pelka
SZ vom 01.05.1941 (Dank an Ralf Pirmann)
VereinSp.TorePunkte
1.Homburg 1884:16 34:2
2. SC Preussen Merchweiler 1888:3030:6
3.Blittersdorf 18 35:38 25:11
4.St. Wendel 17 52:56 17:17
5.Zweibrücken 18 38:60 16:20
6.Höcherberg 18 33:42 13:23
7.Eisenwerk Neunkirchen 18 19:40 12:24
8.Bildstock1747:5612:22
9.Altstadt1839:4811:25
10.Post Neunkirchen1830:788:28

1941/42
1. Klasse -Kreisgruppe Neunkirchen
[Level 2]

Immer öfter kam es nun zu Behinderungen durch Spielausfälle im Liga-Spielbetrieb.

Die Ligen wurden aufgrund der besonderen Situation neu eingeteilt und neue Regelungen hinsichtlich Auf- und Abstieg getroffen.

Die Preußen spielten in dieser Zeit zusammen mit Spiesen, Homburg, Marpingen, Friedrichsthal, und Elversberg in einer Klasse. 

Bezeichnend im Artikel der SZ die Bemerkung, dass Elversberg mit 16-17 jährigen zu den Punktspielen antreten musste.

VereinSp.TorePunkte
1.Homburg 12 0:0 0:0
2.Spiesen 12 0:0 0:0
3.Marpingen 12 0:0 0:0
4.Elversberg 12 0:0 0:0
5.SC Preussen Merchweiler 12 0:0 0:0
6.Friedrichsthal 12 0:0 0:0
SZ vom 24.04.1942

1942/43
1. Klasse -Kreisgruppe Neunkirchen
[Level 2]

In dieser Saison gab es wiederum eine Neueinteilung der Spielgruppen. Merchweiler spielt in der ersten Klasse gegen Nordsaar-Vereine.

Bei der Zusammenstellung der Gruppe hat man Wert auf kurze Strecken bei der Anreise gelegt, doch auch hier gab es situationsbedingt sehr viele Spielabsagen.

VereinSp.TorePunkte
1.Namborn 14 0:0 0:0
2.Illingen 14 0:0 0:0
3.Steinbach 14 0:0 0:0
4.Schiffweiler 14 0:0 0:0
5.SC Preussen Merchweiler 14 0:0 0:0
6.Heiligenwald 14 0:0 0:0
7.Hüttigweiler 14 0:0 0:0
8.Spiesen 14 0:0 0:0
SZ vom 16.10.1943

1943/44
1. Klasse -Kreisgruppe Neunkirchen
[Level 2]

Die wenigen daheim gebliebenen Fußballer wurden in der Kriegs-Saison 1943/44 bei den Sportfreunden des SV Kerpen Illingen aufgenommen. So wurde die KSG (Kriegsspielgemeinschaft) Illingen-Merchweiler aus den beiden Mannschaften gebildet, die beide in der 1. Klasse bis dahin gegeneinander spielten. Gemeinsam versuchten man das Fußballspiel am Leben zu halten. In dieser Zeit war das Bilden von Kriegsspielgemeinschaften nicht ungewöhnlich, aber diese sportliche und freundschaftliche Geste unser Illinger Sportkameraden sollte nicht in Vergessenheit geraten.

VereinSp.TorePunkte
1.KSG Illingen-Merchweiler 16 0:0 0:0
2. 16 0:0 0:0
3. 16 0:0 0:0
4. 16 0:0 0:0
5. 16 0:0 0:0
6. 16 0:0 0:0
7. 16 0:0 0:0
8. 16 0:0 0:0
9.160:00:0

1944/45
1. Klasse -Kreisgruppe Neunkirchen
[Level 2]

Der Ligabetrieb war nun kaum mehr möglich. Ab Januar 1944 war fast täglich Luftalarm, denn die US-Airforce flog über das Saarland Einsätze im Raum Ludwigshafen/Mannheim, oder Saarbrücken war das Ziel. 1944 stürzten mehr als 150 Militär-Flugzeuge über dem Saarland ab, was einen ungefähren Einblick auf die Situation erahnen lässt.

Im März 1945 wurde das Saarland von amerikanischen Truppen befreit. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 übergaben die US-Truppen das Saarland im Juli 1945 an französische Einheiten.

Am 30. August 1945 wurde eine französische Militärregierung unter Oberst Gilbert Grandval eingesetzt. Die ersten Soldaten kamen wieder nach Hause, das Leben ging weiter. Und bald wurde auch wieder Fußball gespielt.

– Ende des ersten Kapitels –